Fluchender Kardinal
Ein grausamer Diktator liegt in Friedrich Dürrenmatts Komödie "Die Frist" im Sterben. Doch der Zeitpunkt seines Todes und dessen Inszenierung liegen in den Händen verschiedener Gruppen: der vier unheimlichen Alten (sehr gut dargestellt von Annika Glass, Clara Goebel, Vanessa Gleim und Janina Engelmohr) sowie der religiösen, der revolutionären, der monarchistischen, der bürokratischen Gruppe und letztlich noch der Medizin.
Die Oberstufen-Theater-AG der Engelsburg vermischte, im Sinne des Autors, Szenen, in denen es um den Schrecken des Konzentrationslagers und das gierige Machtstreben von Politik, Wissenschaft und Kirche geht, mit komischen Auftritten. Hervor stach hier im Besonderen der fluchende Kadinal, der grandios von David Brehm dargestellt wurde. Auch Yelena Bonzel glänzte in der Rolle der eiskalten Ministerpräsidentin, und das obwohl sie sichtlich angeschlagen war von ihrer Erkältung. So verzieh man ihr auch, dass der Text an einigen Stellen nicht richtig saß.
Das über 20-köpfige Ensemble, Spielleiter Joesef Goebel-Pflug, der die kleine Rolle des Bauern Toto spielte, mit inbegriffen, zeigte in seiner zweistündigen Inszenierung am Donnerstagabend in der Aula der Schule ein starkes Zusammenspiel und überzeugte sowohl schauspielerisch als auch stimmlich. Und so wurde die Inszenierung der Engelsburg-Theater-AG verdientermaßen mit dem Förderpreis für Schultheatergruppen des Vereins "Schule und Recht" ausgezeichnet. Die Urkunde und den mit 750€ dotierten Förderpreis überreichte der Vorsitzende des Vereins, Stephan Zwingmann, der Oberstufen-Theater-AG bei der Premiere vor 70 Zuschauern.