Oberstufen-Theater-AG - Dürrenmatt - "Die Frist"
"In der Wurstelei unseres Jahrhunderts, in diesem Kehraus der weißen Rasse, gibt es keinen Schuldigen und keinen Verantwortlichen mehr. Alle können nichts dafür und haben es nicht gewollt [...] Wir sind zu kollektiv schuldig, zu kollektiv gebettet in die Sünden unserer Väter und Vorväter." (Dürrenmatt)
Dieses Thema, das Dürrenmatt umtrieb, ist auch Inhalt der bitterbösen Satire "Die Frist", einer weniger bekannten, aber gerade heute sehr aktuellen Komödie, die 1975 geschrieben und 1980 neu gefasst wurde.
Die Deutsch-Oberstufen-Theater-AG hat sich an das komplexe Drama gewagt und bringt das Stück nunmehr zur Aufführung.
Spieltermine:
Donnerstag, 18.06.2009: Premiere
Freitag, 19.06.2009: 2. Vorstellung
Mittwoch, 08.07.2009: 3. Vorstellung
Donnerstag, 09.07.2009: 4. Vorstellung
Ort: Aula der Engelsburg
Spielbeginn: jeweils 19:30 Uhr
Zum Inhalt:
"Ein alter Tyrann liegt im Sterben. Inszenierung und Zeitpunkt seines Todes liegen jedoch in den Händen verschiedener Fraktionen: da sind die Alten, die ihn in den Jahren seiner Herrschaft umgeben haben; die revolutionäre, die religiöse, die monarchistische Fraktion; die bürokratische und technologische und schließlich die Medizin selbst. Jede Fraktion hat ihre eigenen machtpolitischen Gründe für eine Verkürzung oder Verlängerung der Sterbezeit des Tyrannen. Dürrenmatt stürzt sich in diesem Stück mehr auf die groteske Wirklichkeit als auf irgendwelche erfundenen Gräßlichkeiten. Immerhin, es gibt noch Platz für Phantastisches. Die unheimlichsten Momente sind jene, in denen die maskierten Matriarchinnen ihren Auftritt haben."
(Friedrich Dürrenmatt, Die Frist, Eine Komödie)