Schulträger
Die Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel
Auch das gehört zu unserer Schule: Schwestern des Trägerordens, die bei uns unterrichten oder andere Funktionen übernehmen. Vielleicht ist dies der richtige Zeitpunkt, um mit den im Raum Kassel bekannten Vorurteilen, die sich unter der Engelsburg-Bezeichnung „Nonnenkloster“ zusammenfassen lassen, aufzuräumen.
Für Außenstehende – vor allem für junge Schüler anderer Schulen - mag es etwas ungewöhnlich klingen, aber die Schwestern sind für uns ein normaler und selbstverständlicher Anteil am Schulalltag. In der Mischung mit „normalen“ Lehrkräften (bei einer unterrichtenden Schwester und ca. 80 Lehrern macht das einen Anteil von etwa 1%) erhöhen sie die Vielfältigkeit unserer Schule und verbessert auch die Toleranz unserer Schüler gegenüber „anderem“.
Der Schulträger der Engelsburg ist die Gemeinschaft der Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel (SMMP) e.V.
Geschichte
Gründerin der Ordensgemeinschaft ist die französische Lehrerin Julie Postel (1756-1846). Als 18-jährige Frau eröffnet sie in ihrem Heimatdorf Barfleur (Normandie) eine Schule mit Internat für Kinder der ärmeren Bevölkerung und für Waisen.
Während der Französischen Revolution engagiert sie sich unter großer persönlicher Gefahr bei der Aufrechterhaltung des kirchlichen Lebens im Untergrund, erteilt Religionsunterricht und versucht durch christliche Erziehung und konkrete Hilfe auf die Not ihrer Zeit zu antworten. 1807 gründet sie in Cherbourg mit drei gleichgesinnten Frauen die Ordensgemeinschaft der „Armen Töchter von der Barmherzigkeit“. Sie nimmt den Namen Maria Magdalena an. Das Ziel der Gemeinschaft ist: „Die Jugend unterrichten, die Armen unterstützen und nach Kräften die Not zu lindern.“
Die zweite Generaloberin, Schwester Placida Viel (1815-1877), nimmt 1862 vier deutsche Lehrerinnen in Heiligenstadt (Thüringen) in die Ordensgemeinschaft auf und begründet so den deutschen Zweig. Seit 1920 ist die deutsche Provinz selbstständig. Da das Mutterhaus in Heiligenstadt nach dem Zweiten Weltkrieg durch die innerdeutsche Grenze von seinen Einrichtungen in Westdeutschland getrennt ist, verlegt die Ordensleitung 1968 ihren Sitz in das neu erbaute „Bergkloster Bestwig“ (Sauerland). Heute arbeiten international (in Deutschland, Bolivien, Brasilien, Holland, Rumänien) rund 450 Schwestern des deutschen Zweiges mit vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Tätigkeitsbereichen Bildung, Jugendarbeit, Gesundheits- und Altenhilfe, Hospizbewegung, Pastoral und Mission.
Auch die Schule und ihre Schüler unterstützen tatkräftig die Arbeit des Orden mit dem Weihnachtsbasar, der alle zwei Jahre stattfindet und regelmäßig über 15000€ für Projekte in Bolivien, Brasilien oder Rumänien einbringt.