Schulgelände

Die SchulgebäudeDie Schulgebäude

„Wer heute zum ersten Mal das Schulgelände der Engelsburg durchquert, fühlt sich leicht verunsichert: Was denn dies für ein Gebäude sei, fragt er sich vielleicht, und was es denn mit jenem auf sich habe. Überhaupt: Wo ist eigentlich der offizielle Eingang? Versuchen wir, einen kleinen Durchblick durch das Verwirrspiel zu geben.

1892 ist es soweit. Heiligenstädter Schulschwestern mieten das Haus Weißenburgstr. 9 (Ecke Bürgermeister-Brunner-Straße). Sehr groß kann dieses Haus nicht gewesen sein: Es nimmt rund 50 Schülerinnen auf. Wir wissen wenig von dieser "Urengelsburg". Kriegseinwirkungen und Nachkriegsbauarbeiten haben die Spuren verweht.

Aber bereits im Herbst 1892, also nur ein halbes Jahr später, kaufen die Schulschwestern ein Haus auf dem Kratzenberg am Ständeplatz 16. Es liegt an einer für das kulturelle Leben Kassels wichtigen Stelle. Auf der einen Seite ist das 1871 fertig gestellte Kulturhaus vorgelagert, auf der anderen das etwas früher zu datierende Ständehaus. Von dem neuen Haus der Engelsburg führt die Achse der Wilhelmsstraße direkt ins Zentrum der Stadt. Dem Haus am Kratzenberg wird bald eine Kapelle angebaut, die Schule wächst rasch.

Altes Logo der EngelsburgAltes Logo der Engelsburg

Wir sehen heute nichts mehr von diesem Bau aus der Frühzeit unserer Schule. Am 22.10.1943 wird das gesamte Haus das Opfer einer Luftmine und mehrerer Brandbomben. 17 Menschen kommen zu Tode. Noch Jahre nach Kriegsende freilich gibt es für Eingeweihte an der Stelle des zerstörten Hauses einen direkten Zugang von der Stadt zum Schulgelände (das Haus lag an der Stelle des jetzigen Stadtmuseums).

Eines der auffallendsten Gebäude der Engelsburg ist der so genannte Altbau am Akazienweg 9. 1913 wird dieses Haus von den Schulschwesten gebaut. Die Schule biete "die notwendige Ausrüstung fürs Leben", betont der geistliche Rektor Gereon Hünseler bei der Einweihung am 20.11.1913. Bald aber wird das Gebäude als Lazarett zur Verfügung gestellt (bis 1919), die Verwundeten werden von Krankenschwestern aus dem Orden der Heiligenstädter Schulschwestern gepflegt.

Die zerstörte alte EngelsburgDie zerstörte alte Engelsburg

Auf diese vom Ersten Weltkrieg geprägte Zeit folgen Jahre fruchtbarer schulischer Arbeit. 1939 jedoch wird die Schule geschlossen, da die Schülerzahl infolge verschiedener staatlicher Zwangsmaßnahmen inzwischen von 300 auf 30 zurückgegangen ist. Die Generaloberin des Ordens teilt dem Oberbürgermeister der Stadt Kassel mit, man stehe schon "seit längerer Zeit in Verhandlung mit der Reichspostdirektion" bezüglich der Vermietung des Gebäudes am Akazienweg. Außer der Reichspost ziehen bald die Arbeitsfront, eine städtische Handelsschule und das Telegraphenamt ein. 1943 wird auch dieser Teil der Schule beschädigt, aber nicht völlig zerstört, so dass man 1945 - sofort nach dem Einmarsch der Amerikaner daran gehen kann, das Gebäude wieder aufzubauen.

Zwischen diesem Altbau am Akazienweg und dem Schwesternhaus mit dem neuen Pfortentrakt und der Kapelle am Richardweg liegt - sozusagen im Schnittpunkt der Achsen - der Hauptbau der Engelsburg. 1960 wurde der Grundstein gelegt, am 29.9.1961 konnte das Gebäude eingeweiht werden. Für das Kollegium war das neue Lehrerzimmer von nahezu überwältigender Größe, gab es doch im Altbau nur eine minimale Zahl von Sitzgelegenheiten, so dass die Pausenaufenthalte eher Stehkonventen glichen. Möglicherweise hatte die drangvolle Enge aber auch positive Auswirkungen auf die Pünktlichkeit des Kollegiums...

Die heutige Aula als Turnhalle nach dem KriegDie heutige Aula als Turnhalle nach dem Krieg

Im Hauptbau befinden sich auch die Räume der Schulleitung und des Sekretariats. Während dieses Gebäude zunächst einzeln stand, ist es heute eingebunden zwischen Turnhallenneubau (1979) und naturwissenschaftlichem Trakt (1974). Die zentrale Funktion des Hauptbaus ist dadurch nicht gemindert, sondern eher verstärkt worden.

Im Hauptbau befinden sich auch die Räume der Schulleitung und des Sekretariats. Während dieses Gebäude zunächst einzeln stand, ist es heute eingebunden zwischen Turnhallenneubau (1979) und naturwissenschaftlichem Trakt (1974). Die zentrale Funktion des Hauptbaus ist dadurch nicht gemindert, sondern eher verstärkt worden.

Zum Schluss sollen noch zwei Gebäude genannt werden, die als bisher letzte in das Schulensemble aufgenommen wurden: die Scheldtsche Villa (erbaut 1888, erworben 1968), genannt "Rotes Palais", und die ehemalige Handelsschule Nies (erworben 1978), genannt "Burgflügel".

Während im "Roten Palais" Wandvertäfelungen, Stuckmarmor, Schmiedeeisen etc. den Bau als repräsentatives Wohnhaus eines Unternehmers kennzeichnen, charakterisieren auf der anderen Seite des Akazienwegs große Fenster, schmucklose, glatte Wände und helle Räume das Gebäude der ehemaligen Handelsschule. Sie ist und war in erster Linie Arbeitsstätte. Die Schülerschaft fand für die Neuerwerbung nur zögerlich einen Namen, "Burgflügel" setzte sich schließlich durch.

An dieser Stelle müssen wir einschreiten, denn bereits seit 1992 hat sich am Gesicht der Schule einiges getan. Mit dem Bau der Cafeteria wurde 1996 ein lang ersehnter Wunsch der Schüler- und Lehrerschaft erfüllt – allerdings nicht abseits der Schule auf dem neuen Grundstück, sondern direkt vor dem Hauptgebäude Der Bau zog eine großflächige Umgestaltung des großen Schulhofs mit sich, da vor der im Keller gelegenen Cafeteria ein großer Vorplatz gebaut wurde.

Altes Logo der EngelsburgAltes Logo der Engelsburg

Auf Grund der knappen Raumsituation und der Baufälligkeit des Burgflügels wurde dieser 1999 verkauft, das an den Altbau angrenzende ehem. Verwaltungsgebäude von Siemens gekauft und umfangreich umgebaut und modernisiert. Entstanden ist ein Gebäude, das perfekte Voraussetzungen für den Unterricht bietet und hell und freundlich ist. Im Zuge des Umbaus wurde die Pausenhalle auf dem kleinen Schulhof abgerissen, der Schulhof neu gestaltet und ein Kiosk gebaut.
Es folgten mehrere Umbauten in den Bestehenden Gebäuden, unter anderem der Umbau des Sekretariatbereichs, der Film- und Computerräume, des Physiktraktes und des Lehrerzimmer.

Nachdem Verkauf des Burgflügels blieb noch das Grundstück gegenüber des Altbaus übrig, auf dem nach dem Abriss der provisorischen Bebauung alte Kellergewölbe aufgetaucht waren, noch nicht mal für Parkplätze schien es geeignet. Es wurde verkauft und im Gegenzug das Grundstück des LWVs gekauft, das hinter dem Roten Palais Garagengebäude beherbergt. Es wurde zur Erweiterung des Schulhofs genutzt, ein Basketballplatz entstand.