Geschichte

Alter Briefkopf bis 1956Alter Briefkopf bis 1956

Von katholischer Mädchenbildung zu einem Gymnasium christlicher Prägung

Bei der Gründung der Engelsburg 1892 liegt die Betonung sowohl auf „katholisch“ als auch auf „Mädchenbildung“. Wir kennen die Schwierigkeiten zwischen den Konfessionen (in Kassel die Benachteiligung der Katholiken) und das (Bildungs-) Defizit in der Frauenförderung fast nur noch aus der Geschichte oder aus anderen Ländern. Der große Verdienst des Schulträgers und der ersten sechs Schwestern ist, dass sie auf beide gesellschaftlichen Probleme geantwortet haben.

Alte Engelsburg bis 1954Alte Engelsburg bis 1954

Nach der Schließung der Schule durch die nationalsozialistische Regierung 1939 werden die Räume als Durchgangslager gebraucht, andere teilweise an Institutionen privat vermietet. Einige Schwestern arbeiten in Pfarreien oder im Lazarett oder betreuen junge Christinnen in Arbeitslagern. Bei der totalen Zerstörung der alten Engelsburg (am Ständeplatz) 1943 kommen neun Schwestern durch Bomben ums Leben. Der heutige „Altbau“ bleibt erhalten.
1947 gibt uns die Regierung die Erlaubnis zur Wiedereröffnung, allerdings nur für die Klassen 5 bis 10; das Land behält sich die Erziehung in der Grundschule vor. Ein großer Teil der Schülerinnen kommt aus den (meist katholischen) Familien der Flüchtlinge und Vertriebenen, die in Kassel eine neue Heimat gefunden haben. 1951 erhalten wir die Genehmigung für die Oberstufe .

In den folgenden Jahren wächst das Ansehen der Engelsburg in der Öffentlichkeit beständig. In den 70-iger Jahren expandiert die Engelsburg von etwa 700 auf über 1200 Schülerinnen. Inzwischen haben sich die Wertvorstellungen allgemein stark verändert. Die geschlossene Gesellschaft mit ihrer stützenden und bergenden Funktion ist aufgelöst. Wir müssen neu Glaubenssolidarität entdecken und leben. Da der Staat flächendeckend Bildungsangebote für Mädchen macht, antwortet der Schulträger auf diese Herausforderung, indem er 1979 das Angebot einer Schule christlicher Prägung auf Jungen erweitert.

Ab Schuljahr 2000/01 wird das Konzept „Gymnasium mit zwei Geschwindigkeiten“ umgesetzt. Die Individualisierung von Lernprozessen soll der Unterschiedlichkeit von Begabungen, Interessen und persönlichen Entwicklungen Rechnung tragen.

Seit dem Schuljahr 2005/2006 ist dieses Konzept durch die allgemeine Einführung von 12 Schuljahren bis zum Abitur durch das Land Hessen abgelöst.